Triathlontraining im Herbst

Training im Herbst

Im Herbst, nach einer vollendendeten Saison, reduzieren die meisten Athleten ihr Trainingspensum deutlich. Das ist grundsätzlich auch nicht falsch.

Allerdings sollte die Trainingsreduktion bewusst gesteuert werden. Eine der traurigen Wahrheiten der Trainingswissenschaft ist, dass ein gewisses Leistungsniveau relativ schnell abgebaut werden kann, wohingegen der Aufbau im Vergleich aufwendiger ist. Nach bereits wenigen Wochen Trainingspause  müsste mit spürbaren Einbußen gerechnet werden. Für einen nachhaltigen Trainingsaufbau, also strukturelle Adaptionen wie Muskelwachstum, wird ein Training über eine längere Periode von 6 bis 8 Wochen absolviert werden müssen. Somit sollte das Trainieren im Herbst nicht zu schonend gestaltet werden um einen stärkeren Leistungsverlust zu vermeiden.

Auf der anderen Seite ist es genauso wichtig, dem Körper wieder Zeit zum Regenerieren zu geben, damit weitere Verbesserungen noch erzielt werden, bzw. auch aus präventiven Gründen ist ein moderateres Training im Herbst sinnvoll. Nicht vergessen werden sollte, dass nach der Saison auch Zeit abseits des Triathlons mit der Familie bzw. Freunden vermehrt verbracht werden sollte. Auf diese Weise kann im Folgejahr mit mehr Motivation trainiert werden.

Trainingstipps

In allererster Linie bietet der Herbst nach Beendigung der Trainingssaison die Möglichkeit, alternative Trainingsreize zu setzen. Dies bedeutet, dass andere Sportarten trainiert werden können und sollten. Die Abwechslung wird dem Sportler physisch und psychisch gut tun. Im Herbst sollte das Training der Grundlagen, also Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Ausdauer bereits fokussiert werden. Zahlreiche Trainingsinhalte, die im Aufbautraining bzw. Wettkampfphase vermieden werden sollten, können genau in dieser Periode in das Training integriert werden. Diese unspezifischen Fähigkeiten, wie Maximalkraft oder bzw. der Koordination, haben einen Einfluss auf das maximale ausschöpfbare Potenzial – langfristig gesehen. Insbesondere verbesserte neuromuskuläre Fähigkeiten wirken sich auf die Technik und somit auf die Leistung aus. Vielseitige, koordinativ-anspruchsvolle Sportarten bieten hierbei die Basis.      

Es sollte daher in Erwägung gezogen werden, eine oder mehrere alternative Sportarten zu praktizieren, wie zum Beispiel

  • Klettern
  • Ballsportarten
  • Leichtathletik
  • Geräteturnen

Die gewählte Sportart sollte nach einer Einführungsphase durchaus mit ernsthaften Ambitionen (also nicht schonend) praktiziert werden, da schlussendlich konditionelle bzw. koordinative Verbesserungen angestrebt werden.

Krafttraining

Einen großen Stellenwert sollte auch die Wiederherstellung bzw. Verbesserung der Kraftleistung darstellen. Athletiktraining sollte generell viel praktiziert werden. Auf der Grundlage einer guten Kraftleistung können im weiteren Saisonverlauf gute Leistungen aufgebaut werden.

Grundlagenausdauer

Die Grundlagenausdauer ist der wichtigste Trainingsbaustein eines Ausdauersportlers. Sie darf auch im Herbst nicht zu sehr vernachlässigt werden. Der Gesamtumfang wird jedoch reduziert sein.

Schwimmen und Laufen

Für die meisten Athleten wird Schwimmen und Laufen in Abhängigkeit des Athletenprofils hinsichtlich der Gewichtung die Schwerpunkte der drei Disziplinen darstellen. In welchem prozentuellen Anteil des Gesamtumfangs das Training durchgeführt wird, muss individuell definiert werden. In der kalten Jahreszeit wird der Anteil des Radfahrens unter anderem auch witterungsbedingt deutlich geringer ausfallen.

An den Schwachstellen arbeiten

Im Herbst bietet sich die Möglichkeit, sich in jenen Bereichen zu verbessern, bei welchen noch besonders großes Potenzial vorhanden ist. Die Beseitigung solcher Key Limiter wie z.B. eine unzureichende Athletik, wird sich in den folgenden Monaten spürbar bemerkbar machen.

Das Training im Herbst sollte möglichst abwechslungsreich gestaltet werden. Es bietet sich die Möglichkeit an, alternative Sportarten zu praktizieren bzw. seine Grundlagen zu verbessern. Gewisse unspezifische Intensitäten, wie Sprints bei einem Tennismatch, werden Bestandteil des Trainings sein. Athleten, die über mehrere Monate ausschließlich locker und mit reduziertem Umfang sehr monoton trainieren, werden zu Beginn der Folgesaison mit ihrem Ausgangsniveau der vorherigen Saison beginnen.

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