Ist Nüchterntraining sinnvoll?

Ist Nüchterntraining sinnvoll?

Die Deutsche Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, Saarbrücken verglich mehrere Studien, die die die Effekte von Fettstoffwechseltraining analysierte. In diesem Artikel wollen wir die Ergebnisse zusammenfassen und die praktische Anwendung diskutieren.

Das Resümee der Studie ergab ein sehr interessantes Resultat.

Laut dieser Studie ist die Fettflussrate bei sehr geringer Intensität nicht maximal.

Der relative Anteil der gewonnenen Energie aus Fett ist zwar höher. Insgesamt wird jedoch nicht so viel Energie benötigt. Das Optimum liegt laut dem Ergebnis der Studie daher bei 65 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme. Diese kann bei einem sportmedizinischen Leistungsstufentest ermittelt werden. Bei zu hoher Intensität (über 65 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme) wird die Energie wiederum vermehrt aus Kohlenhydraten gewonnen.

Nicht überraschend ist es hingegen, dass sich die Länge der Trainingsdauer positiv auf die Fettflussrate auswirkt. Ein paar lange Einheiten wären demzufolge sinnvoller als viele kurze Einheiten hinsichtlich der Fettverbrennung.

Bezüglich der Verbesserung der Wettkampfleistung konnte durch Nüchterntraining jedoch keine Korrelation zu besseren Wettkampfergebnissen nachgewiesen werden. Gründe hierfür wären das Design der Studie, bzw. dass Athleten, die einen leeren Glykogenspeicher hatten, zu locker trainiert hätten. Außerdem konnten Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen werden.

Dennoch macht es unserer Meinung Sinn, bei einigen Athleten die nachgewiesenen positiven Effekte des Nüchterntrainings zu nutzen. Nüchterntraining ist eine mögliche Stellschraube, um die Fettflussrate zu beeinflussen und sollte daher nicht kategorisch ausgeschlossen werden.

Wie sollte Nüchterntraining eingesetzt werden?

Wichtig ist es, an dieser Stelle darauf hinzuweisen, dass Nüchterntraining die Regenerationszeit beeinflussen kann bzw. wird das Training unter Umständen aufgrund des Energiemangels mit zu geringer Intensität ausgeführt. Deshalb verzichten viele Profis auf diese Trainingsmethode.

Bei Freizeitsportlern geht es jedoch oft vor allem darum, ein gewisses, stark limitiertes Zeitkontingent optimal auszunützen. Sobald unter dem möglichen Potenzial trainiert wird, sollte der Athlet sich die Frage stellen, wie er bzw. sie effektiver Reize setzen kann. Eine erhöhte Fettflussrate durch Nüchterntraining kommt hierbei in Frage.

Die Dauer sollte moderat im Bereich einer Stunde bleiben, um mögliche Nebeneffekte zu minimieren. Außerdem darf Nüchterntraining nur als ergänzende Trainingsmethode eingesetzt werden und nicht als Haupttrainingsmethode.

Ein einstündiger Lauf auf leerem Magen einmal pro Woche wäre für die meisten Athleten definitiv verkraftbar. Der Reiz für die Fettverbrennung ist größer, bzw. müssten einige Minuten länger trainiert werden, um denselben Effekt (verbranntes Fett insgesamt) zu erzielen (bei derselben Intensität).

Training mit leeren Glykogenspeichern kommt nicht für jeden Athleten in Frage. Bei intensiven Trainingsblöcken besteht keine Notwendigkeit, von dieser Methode Gebrauch zu machen. Im Falle, dass eine Zeit lang reduziert trainiert werden muss, kann es jedoch Sinn machen, Trainingseinheiten auf nüchternem Magen einzustreuen.

Mit sportlichen Grüßen

Reinhard und Barbara

Literatur

Fettstoffwechseltraining (germanjournalsportsmedicine.com)

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